Biografie

Hans Feigenwinters Arbeit lässt sich in verschiedene Bereiche aufteilen, die er schon seit Jahrzehnten verfolgt:

hans feigenwinter am klavier
Zentral ist für Feigenwinter die Entwicklung seiner Instrumentalsongs, die sich zwischen Improvisation und Komposition bewegen. Die Songs realisiert er meistens in kleineren Formationen. Mit dem HANS FEIGENWINTER TRIO veröffentlichte er zu Beginn der 1990er die Kassette «Rasen», wenig später folgte die CD «Lift». Später realisierte Feigenwinter seine Instrumentalsongs mehrmals in ungewöhnlichen Besetzungen wie zum Beispiel dem Quartett aus Trompete, Cello, Klavier und E-Bass, von dem die CD «in» hervorging. Ebenso ohne Schlagzeug ist die Besetzung von «HANS FEIGENWINTER ZINC» mit dem Posaunisten Andreas Tschopp und dem Saxophonisten Domenic Landolf, dokumentiert auf dem Album «Whim Of Faith». Am dauerhaftesten wird diese Spur von FEIGENWINTER 3 mit dem Bassisten Wolfgang Zwiauer und dem Schlagzeuger Arno Troxler verfolgt. Dieses Trio hat die beiden Alben «White Cube» und «Vanishing Point» aufgenommen. 2019 erweiterte sich das Trio mit dem Saxophonquartett ARTE zum Septett, wovon eine Videoproduktion vorliegt. 2023 gründete Feigenwinter das Duo mit dem brasilianischen Gitarristen Fabio Gouvea. Diese Arbeit ist dokumentiert auf einigen Konzert-Videos.
Seit mehr als 30 Jahren gibt Hans Feigenwinter Solokonzerte am Klavier. Diese Konzerte sind meist von der Total-Improvisation bestimmt; alles entwickelt sich aus dem Moment. Letztens Zeit hat Feigenwinter für die Solokonzerte auch Komponiertes mit ins Repertoire genommen.
Bereits zu Beginn des Jahrhunderts komponierte Feigenwinter die Sammlung «Fünf Stücke» für Streichorchester und Rhythmusgruppe. Wenig später folgte die Sammlung «Tank» für eine große, individuelle Besetzung jenseits der Bigband-Konventionen. Feigenwinters Interesse für Bigband erwachte, als er die Sammlung «Section» für das LUCERNE JAZZ ORCHESTRA komponierte.
Im Umfeld der Independent-Szene in den 1980ern formierte sich die Band THIN KING, die ein gleichnamiges Album herausbrachte, Feigenwinters einzige Vinyl-Produktion. Gleichzeitig entstanden zu Hause auf einem Billigst-Instrumentarium aus Analog-Synthesizer, seiner eigenen Stimme und Haushaltsgeräten Feigenwinters zahlreiche Miniaturen und Popsongs, aufgenommen mit einem Vierspur-Kassetten Gerät, die er unter anderem auf den Kassetten «Artificial Nonsense» oder «Tauchen im Amazonas» veröffentlichte. Diese Arbeitsweise fand später ihre Fortsetzung mit jüngerer Technologie, aus der beispielsweise das Album «Fade In» entstand.
Das über drei Jahrzehnte lang aktive Ensemble FEIGENWINTER OESTER PFAMMATTER widmete sich der Kollektiv- Improvisation über bekanntes Material wie Jazz Standards. Ebenfalls Standards, aber solche aus der TV-Welt, formte das Repertoire der Band ZAP, die in den Neunzigern aktiv war.
Vor allem für den Regisseur Claude Pierre Salmony vertonte Hans Feigenwinter einige Hörspiele, allesamt Produktionen für das Schweizer Radio DRS 2. Sowohl akustische Besetzungen wie auch Elektronik wurden für diese Kompositionen eingesetzt. Auch als Kommentator von Musik war Feigenwinter auf dem gelichen Sender vielfach zu hören, etwa in den Gefäßen «Jazz Collection» oder «Diskothek im Zwei».
Mit manchen Musikern verbindet Feigenwinter eine jahre- bis jahrzehntelange Freundschaft. Mit den Bands HIP NOSES und EXPLO 3000 des Zürchers Herbie Kopf war er auf Tourneen, die ihn von Osteuropa bis nach Südamerika führten. Ebenso ausgiebig tourte er als Mitglied des PETER SCHÄRLI SPECIAL SEXTETTS. Peter Schärli lud Feigenwinter auch zum Trio mit dem brasilianischen Gitarristen Juarez Moreira ein. Feigenwinter war Mitglied der Kölner Band PAINTBOX um den Gitarristen Jonas Windscheid, und spielt im Quintett des Gitarristen Fabio Gouvea. Ausserdem arbeitete Feigenwinter u.a. mit Woody Shaw, Chico Freeman, Franco Ambrosetti, Joe Lovano, Billy Hart oder Buddy de Franco zusammen. In letzter Zeit wurde Feigenwinter als Sideman für verschiedene Sängerinnen engagiert. Er tourte mit Erika Stucky UNDERCOVER, ist Mitglied der Berner Band JUDY BIRDLAND und KÄNZIG & KÄNZIG, der Band von Anna und Heiri Känzig, mit denen er im Frühjahr 2025 ins Studio ging.
Hans Feigenwinter unterrichtet an den Jazzabteilungen der Musikhochschulen Basel und Luzern.